Klimaschutz weiterdenken – engagieren Sie sich lokal in den zahlreichen Naturschutzprojekten!

Zwei Hitzesommer in Folge, sinkende Wasserpegel in Bächen, Wasseradern und Mooren, absterbende Bäume in Straßen, Parks und Hamburgs Wäldern: An der Oberfläche ist der Klimawandel bereits sichtbare Realität.

Nicht ganz so offensichtlich sind die Schäden, die zu heiße Sommer und zu wenig Niederschläge in den tieferen Bodenschichten hinterlassen haben. Trotz einiger Niederschläge in den Wintermonaten sind die Reservoirs noch längst nicht befüllt, ab einem halben Meter bis zwei Meter Tiefe ist der Boden stark ausgetrocknet.

Das heißt nichts Gutes für kleine und kleinste Pflanzen und Tiere, deren angestammte Lebensräume und Biotope akut bedroht sind und weiter schrumpfen. Und auch nichts Gutes für die Nahrungsketten: Sind die Wildpflanzen von den Äckern und Wiesen verschwunden, finden unzählige Insekten keine Nahrung mehr. Wenn es keine Insekten mehr gibt, schwindet das Nahrungsangebot für Vögel und Fledermäuse. Und für uns. Wenn Honig- und Wildbienen erst ausgestorben sind, wie sollen dann eigentlich Obstbäume befruchtet werden, damit wir im Herbst die Äpfel ernten können?

Nicht nur als besorgte Menschen, sondern ganz konkret als Konsumenten stehen wir also am Ende der Nahrungskette und müssen uns fragen, woher unser Essen morgen und übermorgen kommen soll – und das unserer Kinder in einer gar nicht so fernen Zukunft.

Und wie soll diese Zukunft eigentlich aussehen?

Die Fridays for Future-Demonstrationen haben deutlich gemacht, dass die junge Generation nicht mehr bereit ist, zugunsten einer globalisierten Wirtschaft den weltweiten Raubbau an der Natur und den endlichen Ressourcen zu tolerieren. „There is no Planet B!“ war ein häufig gesehenes Transparent freitags in Hamburg…

Mit Blick auf eine lebenswerte Welt auch für nachfolgende Generationen entscheiden sich immer mehr Menschen freiwillig für einen anderen Lebensstil, fahren Bahn statt Auto im Sinne der CO²-Reduktion, essen häufiger mal vegetarisch oder vegan – Verzicht war gestern.

Der Fokus des diesjährigen Aktionstags

Mit zahlreichen Naturschutz-Projekten lenkt der Aktionstag am 10. September nun den Blick auf den „Mikrokosmos Streuobstwiese“, und damit nicht nur auf die vielen kleinen Lebewesen in diesem Kosmos sondern auch auf das große Klimathema.

Denn so eine Obstbaumwiese bietet nicht nur Lebensraum für unzählige Arten, die traditionell bewirtschaftete Kulturlandschaft zeigt auch Wege hin zu einem klimafreundlicheren Konsum auf.*

Das Obst aus regionalem oder lokalem Anbau hat keine weiten Transportwege, gerade die „alten Sorten“ sind sehr gut lagerfähig und können ganzjährig die Versorgung mit Vitaminen sichern– Flugobst adé! Und wer einmal frisch gepressten Saft aus selbst gesammelten Äpfeln oder Birnen gekostet hat, wird schnell zum Überzeugungstäter.

Streuobstwiese mähen ganz ohne Strom? Doch, das geht! Einige Teams Hamburger Unternehmen können sich am Aktionstag einweisen lassen in die alte Kulturtechnik des Sensens: Das Mähen mit der Handsense ist ökologisch und klimafreundlich, schont Kleintiere und Insekten – und das ganz ohne Lärm und Abgase.

Am diesjährigen Wi mook dat! Aktionstag bietet der BUND Hamburg dieses und vier weitere Streuobst-Projekte auf seinen Wiesen in Bramfeld, Sasel oder Volksdorf an.

Und natürlich werden auch Bäume gepflanzt: Obstbäume! Im Team mit den Aktiven von „Das Geld hängt an den Bäumen“ können Sie Obstbäume „alter Sorten“ pflanzen, die mit zunehmendem Alter als kleinerCO²-Speicher fungieren.

Für den schon fast ausgestorbenen Biber können Sie neue Lebensräume im Projekt „Lebendige Alster“ schaffen, und für den ebenfalls bedrohten Eisvogel an der Dove Elbe neue Brutmöglichkeiten schaffen.

Um „mal eben schnell die Welt zu retten“ reicht ein Aktionstag in der Natur sicher nicht aus. Aber viele erste Schritte, kleine Anregungen und vor allem so viele tatkräftige Menschen aus engagierten Unternehmen können schon einen großen Unterschied machen.

Natürlich kommt auch das Soziale nicht zu kurz bei Wi mook dat!

In fast 20 Projekten gibt es Möglichkeiten für Hamburger Unternehmen, sich einen Tag lang im Rahmen von Corporate Volunteering sozial zu engagieren, sei es für benachteiligte Kinder in der Arche in Billstedt, im Wilhelmsburger Kreativgarten  oder auf dem NaturErlebnisPfad der Alraune gGmbH in Bramfeld uvm.

In der Neustadt freuen sich die obdachlosen Besucher des HerzAs auf ein schönes Mittagessen, einen geselligen Nachmittag und den Austausch mit einem Unternehmens-Team.

In einem zweiten Projekt des Sozialunternehmens „Das Geld hängt an den Bäumen“ können Sie Menschen mit Handicaps bei der Apfelernte helfen und damit langfristig deren Arbeitsplätze sichern.

Es gibt viel zu tun: Wi mook dat!  – gemeinsam am 10. September anpacken für  unser Klima und für eine noch lebenswertere Stadt.